Vom Geben und Nehmen

Ich gebe gern. Weil es mich glücklich macht, wenn andere glücklich sind. Hin und wieder merke ich aber, dass ich zuviel gebe. An Menschen, die das gar nicht verdient haben. Die immer nur fordern und fordern und selbst nichts geben wollen. Ich habe an mir beobachtet, dass ich dann irgendwie in einen Autopilot-Modus verfalle und versuche, es diesen Menschen weiterhin recht zu machen, damit sie nicht sauer auf mich sind, weil es mir ohnehin schon nicht so gut geht und ich nicht auch noch Disharmonie ertragen kann. Das funktioniert nur leider nicht. Im Gegenteil, ich fühle mich nur noch ausgelaugter. Für diese Art Menschen ist es nie genug, was man gibt. Sie fordern weiter, ohne Rücksicht darauf, wie es einem gerade geht. Aktuelles Beispiel: ich habe momentan wegen des ganzen Umzugs, Wohnortwechsels etc. nicht so viel Energie und bin damit beschäftigt, mich einzuleben und mich an die neue Umgebung zu gewöhnen, was für mich ziemlich schwierig ist. Deshalb bin ich gerade sehr mit mir beschäftigt und kann auf einige Menschen gerade nicht so eingehen, wie sie das von mir gewöhnt sind. Ich habe das kommuniziert und hätte mir da auch Verständnis und Rücksichtnahme gewünscht. Einfach, dass diese Menschen auch mal für mich da sind. Aber Fehlanzeige. Da ist man lieber beleidigt, weil ich nicht so funktioniere wie sonst und weil ich die Erwartungen derjenigen Leute nicht erfülle. Früher wäre ich in Panik geraten und hätte alles getan, was die Leute wollen, damit sie nicht mehr sauer auf mich sind, weil ich glaubte, das nicht ertragen zu können. Heute bin ich zwar enttäuscht und das alte ungute Gefühl von früher beschleicht mich immer noch, aber ich sage mir, dass ich nichts für die enttäuschten Erwartungen anderer Menschen kann (es sind ihre Erwartungen!) und ich nicht für alle ihre Befindlichkeiten verantwortlich bin. Und: ich distanziere mich langfristig. Weil ich merke, dass mir solche Menschen nicht gut tun. Und ich lieber etwas an Menschen geben will, die mir gut tun, die auch für mich da sind und die auch auf mich Rücksicht nehmen. Eben, wo das Geben und Nehmen ausgewogen ist.

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