Was mich glücklich macht 2.0

In den letzten 2 Wochen hatte ich viel Zeit. Zeit, die mir Abstand zum Alltag, zur Arbeit und zu Dingen verschafft hat, die mir sonst so im Kopf herumschwirren. Der Nebel in meinem Kopf hat sich gelichtet. Zum Vorschein kamen: klare Gedanken, Wünsche, Bedürfnisse, Träume, Vorstellungen zu meinem Leben. Unfassbar, wie sehr das alles unter Alltagsdingen vergraben sein kann. Da ist die Arbeit, da sind 1000 Verpflichtungen – dabei spüre ich mich oft selbst gar nicht mehr. Und bei Problemen grüble und grüble ich und komme zu keiner Lösung. Dabei ist es so einfach. Abstand. Wegfahren. Andere Umgebung, andere Menschen.

Mir ist auf meiner Rückfahrt von meiner kleinen Ostseetour einmal mehr klargeworden, dass das Reisen bzw. allgemein das Unterwegssein zu den Dingen gehört, die mich glücklich machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Reise zu einem nahegelegenen oder einem weiter entfernten Ziel führt. Ich liebe es, mich unterwegs umzuschauen, alles zu betrachten und all die Eindrücke in mich aufzunehmen.

Wenn ich unterwegs bin, habe ich das Gefühl, lebendig zu sein. Unterwegssein ist Aufregung, Kribbeln, Glücksgefühl. Aber auch Mut. Denn obwohl ich es liebe, muss ich mich als Angsthase immer wieder überwinden. Da kollidiert die Angst vor Neuem und vor allem meine überbordende Phantasie, was alles passieren und schiefgehen könnte, mit meiner mindestens ebensogroßen Neugier. Meine beiden längeren Aufenthalte in Spanien und Frankreich hätten beinahe nicht stattgefunden, weil ich beide kurz vorher absagen wollte. Zum Glück habe ich damals meinen letzten Rest Mut zusammengekratzt und es nicht getan, denn ich hatte letztendlich (neben einigen negativen Erlebnissen) unglaublich viele positive Erlebnisse und insgesamt eine tolle Zeit. Ich habe mich schon immer sehr dafür interessiert, wie die Menschen in den jeweiligen Ländern leben und wollte immer so tief in die Kultur des jeweiligen Landes eintauchen wie nur möglich. Bei meinem Aufenthalt damals in Spanien hat das besonders gut funktioniert. Ich war mittendrin im spanischen Leben, habe ein Praktikum in einem spanischen Unternehmen gemacht, abends in Restaurants die einheimische Küche kennengelernt und danach auf den Terrassen von Cafes in der spanischen Nacht unter dem Sternenhimmel getanzt. Am Wochenende Ausflüge in die Umgebung unternommen, die deutschsprachige Kirchgemeinde besucht, auf der Placa de Sant Jaume Sardana tanzenden Menschen zugeschaut und auf der Placa de Catalunya mit älteren spanischen Herren Gespräche über die aktuelle spanische Politik geführt.

In den letzten Jahren bin ich leider aus unterschiedlichen Gründen kaum mehr im Ausland unterwegs gewesen. Aber da ist immer noch diese Sehnsucht, dieses Fernweh. Ich träume davon, eine längere Reise zu machen. Länder zu erkunden, in denen ich noch nie war. Ich träume davon, atemberaubende Landschaften zu bestaunen. Und davon, auf dem Meer Wale und Delphine zu beobachten. Einer meiner Lieblingsfilme ist „Weit – die Geschichte von einem Weg um die Welt“. Er ist wahnsinnig berührend und faszinierend und ich habe die beiden Protagonisten sehr bewundert. Weil ich mir diese Art des Reisens vermutlich nicht zutrauen würde. Aber das ist ok. Ich kann auf meine eigene Art reisen.

Wenn eine Reise zu Ende ist, bin ich oft zwiegespalten. Einerseits freue ich mich, wieder zu Hause zu sein und eine Zeit lang den normalen Alltag zu leben und die Erlebnisse zu verarbeiten. Andererseits bin ich dann immer ein bisschen traurig und wehmütig. Dann hilft es mir, direkt Pläne für die nächste Reise zu machen. Und mich darauf zu freuen.

Praktikumszeit in Barcelona
Holkham Beach
Schottland
Peak District

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