Social Distancing

Momentan ist überall die Rede von Social Distancing. Man soll Sozialkontakte vermeiden, Abstand halten. Und mir als introvertiertem Menschen kommen einige Aspekte davon tatsächlich ziemlich entgegen – andere wiederum aber auch nicht. An und für sich mag ich Körperkontakt und Nähe sehr – aber eben nur mit Menschen, die ich kenne und sehr mag, also Familie, Freunde (Ausnahme: einige wenige Male gab es auf Anhieb ganz viel Sympathie zwischen einer fremden Person und mir, sodass daraus beim ersten oder zweiten Treffen eine spontane Umarmung entstand). Grundsätzlich fand ich es aber immer sehr unangenehm, wenn mir an der Supermarktkasse oder in der Bahn fremde Menschen auf die Pelle gerückt sind. Jetzt habe ich in der Öffentlichkeit plötzlich überall Platz um mich herum und das fühlt sich irgendwie befreiend und richtig gut an. Ich hätte nichts dagegen, wenn das nach der Krise beibehalten würde 🙂

Ansonsten hat sich für mich nicht so viel geändert. Ich arbeite als selbstständige Übersetzerin schon immer im Home Office und kenne die Vor- und Nachteile dieser Arbeitsform ziemlich gut. Das Thema fehlende Sozialkontakte durch Arbeiten im Home Office hat mich in den letzten Jahren oft beschäftigt und ich hatte Zeiten, in denen ich vor lauter Arbeit kaum Menschen gesehen habe. Das hat mir absolut nicht gut getan und ich habe versucht, eine bessere Balance zwischen Arbeit und Zeit draußen mit regelmäßigen Treffen mit Freunden und hier am jetzigen Wohnort auch mit meinen Geschwistern, gemeinsamen Gassirunden und unterwegs Reden mit anderen Hundebesitzern oder auch mit Nachbarn und Unternehmungen alleine zu finden. Das hat ziemlich gut geklappt. Momentan sind die meisten Sachen davon aber leider schwierig – und die realen Kontakte fehlen mir gerade zunehmend. Schriftlicher Kontakt über irgendwelche Messenger kann sie für mich nicht ersetzen. Telefonieren hilft da schon eher. Ich hoffe sehr, dass es nicht mehr ewig dauert, bis wieder eine gewisse Normalität einkehrt. Dann will ich damit weitermachen, womit ich hier in der neuen Stadt in den Monaten vor Corona langsam angefangen hatte: mich wieder mehr am Sozialleben beteiligen und neue, nette Menschen kennenlernen.

4 Kommentare zu „Social Distancing

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