Regentag

Es regnet. Endlich. Die Natur scheint aufzuatmen. Der trockene Boden saugt das Wasser förmlich auf. In der Mittagspause gehe ich mit Flores in den Wald. Auf der Straße dahin ist heute wenig los. Am alten Straßenbahnhof weht der Wind Fliederduft zu mir herüber. Im Wald bin ich heute ganz alleine. Zum ersten Mal seit Corona-Beginn. In den vergangenen Wochen, besonders an sonnigen Tagen, bin ich auf meinen Hundespaziergängen hier so vielen Menschen begegnet wie nie zuvor. Und habe mich oft gestresst gefühlt. Weil ich ständig darauf achten musste, auszuweichen (während viele Menschen auch auf schmaleren Wegen ungerührt nebeneinander herliefen und sich nicht an den Abstand hielten) und gleichzeitig Flores im Auge behalten bzw. sie bei Dingen, die sie beunruhigen, mit Leckerlis ablenken und vorbeilotsen musste. Oder ihr klarmachen musste, dass sie sich nicht aufzuregen braucht, wenn ein Jogger keuchend sehr nah an uns vorbeisprintet oder plötzlich Pferde hinter uns auftauchen. Ich muss sicher nicht erwähnen, dass ich mich am Ende dieser Spaziergänge alles andere als entspannt gefühlt habe. Heute dagegen kann ich ganz in Ruhe auf den Waldwegen entlangspazieren, die frische nach Regen duftende Waldluft einatmen und und all das Grün betrachten, das sich in den letzten Tagen explosionsartig ausgebreitet hat. Dieses Mal gehe ich entspannt nach Hause. Ich hätte gerne mehr von diesen Regentagen.

6 Kommentare zu „Regentag

  1. Ich kann deinen Stress voll gut nachvollziehen. Ich habe zwar keinen Hund, den ich lotsen muss, aber mit dem Rolli ist gerade im Wald nicht ganz so leicht (meist muss ich hoffen, dass sie es tun). Und irgendwie stressen mich Menschen momentan generell extrem.

    Schön, dass der Spaziergang heute dagegen umso entspannter war! 🌈

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  2. Ich habe regelrecht die schöne Luft gespürt durch die Beschreibung Deines Spaziergangs im „Regenwald“. – Ich habe es auch immer sehr gern, wenn mir bei kleinen Ausflügen oder Wanderungen möglichst wenige Menschen begegnen, wenn meine innere Stimme einfach mit der Natur Zwiesprache halten kann.

    Schön finde ich, dass Du so einen kleinen Begleiter hast – der schaut auf dem Foto, trotzdem ihm die Fotosituation offensichtlich ein bisschen suspekt ist, sehr aufgeweckt drein. Ein hübscher kleiner Kerl, der betimmt ein guter Freund sein kann.

    Ich „traue“ mich aber ebenso zu sagen, dass die junge Frau da auf dem Bild eine sehr sympathisch- natürliche Ausstrahlung hat …

    Viele liebe Grüße an Dich! 🌻

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    1. Du bringst es auf den Punkt, genau deshalb ist es so entspannend, wenn man möglichst wenige Menschen trifft. Man kann sich viel besser auf die Natur konzentrieren.

      Vielen lieben Dank für deine Komplimente für meine Hundedame und für mich 🙂 Ja, sie ist sehr aufgeweckt und aufmerksam (Zicke sein kann sie aber auch sehr gut :-D) und wir haben uns zwischenzeitlich auch richtig gut angefreundet (sie kommt aus dem Tierschutz und die erste Zeit war sehr schwierig). Fotos machen gehört aber tatsächlich nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen 😉

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