Wandern mit Flores, Teil 3: die Suche nach dem Rundweg

Wenn ich momentan von etwas viel habe, dann ist das Zeit. Wie schon im April und Mai ist die Auftragslage momentan coronabedingt unterirdisch schlecht. Und das fühlt sich für mich zunehmend beunruhigend an. Natürlich könnte ich jetzt ganz viel Kundenaquise betreiben, mich um liegengebliebene administrative Sachen kümmern und den ganzen Tag mein Mail-Postfach überwachen etc. Aber: Mein Kopf will mal wieder durchgelüftet werden. Zeit also für eine kleine Vormittagswanderung mit Flores.

Draußen ist es stürmisch und die dunklen Wolken sorgen dafür, dass es noch nicht so richtig hell geworden ist. Der Wetterbericht meldet Regen. Flores und ich gehen trotzdem los. Zunächst geht es über den üblichen Weg zum Dieskauer Park. Heute ist dort leider keiner der Hundekumpels unterwegs. Im Park überholt uns ein Jogger. Sonst treffen wir zumindest dort heute niemanden. Böse bin ich darüber aber nicht, sondern genieße die Ruhe umso mehr. Der Wind wirbelt Blätter herum. Kleine Äste fallen von den Bäumen.

Heute biegen wir nicht nach links um den Großen Mühlteich ab, sondern laufen geradeaus weiter durch den Wald. Irgendwann kommen wir an einer Straße an, die wir überqueren. Irgendwo hinter den verschlossenen Toren des Halleschen Kanu-Clubs muss der Osendorfer See sein, um den es einen Rundweg geben soll. Ich beschließe, erstmal linker Hand dem asphaltierten Weg zu folgen. Dann müsste laut Google Maps irgendwann rechts ein Weg abbiegen. Der asphaltierte Weg ist komplett von Laub bedeckt. Wenn das Laub mal verschwunden sein sollte, könnte das ein toller Weg fürs Skiroller-Fahren sein. Nach einigen Hundert Metern geht tatsächlich ein Trampelpfad einen Hügel hinauf. Wir folgen dem Pfad, bis umgestürzte Bäume den Weg versperren. OK, 2 davon sind so niedrig, da kann man einfach drüberklettern. Flores sowieso. Über etwas Drüberklettern oder -springen ist neben Ballspielen ihr liebstes Hobby. Beim dritten Baum muss ich in die Knie gehen und den Kopf einziehen und komme gerade so darunter durch. Wir folgen dem Weg noch ein ganzes Stück. Laut einer Beschreibung führt dieser durch einen ehemaligen Tagebau. Irgendwo hinter den Bäumen muss der See sein. Als es jedoch immer stärker zu regnen beginnt und der Weg immer schlammiger wird, beschließe ich, umzukehren – ohne zum See gelangt zu sein. Ich muss mir diesen Rundweg nochmal genauer auf der Karte ansehen und werde dann nochmal einen Versuch unternehmen.

Dieskauer Schloss – leider ziemlich verfallen

Auf dem Rückweg klappt das mit dem Unterm-Baum-Durchkriechen nicht so gut. Flores zieht, ich verliere das Gleichgewicht und lande auf den Knien und mit dem Händen im Matsch. Ich rapple mich fluchend auf und versuche erfolglos und unter den interessierten Blicken von Flores, den Kniebereich der Jeans vom Matsch zu befreien. OK, dann findet der Rückweg eben mit Matsch-Jeans statt. Vorsichtig klettere ich den abschüssigen Weg hinab – schließlich habe ich keine Lust auf ein weiteres Schlammbad. Und meinen arthrose- und mal wieder schmerzgeplagten linken Fuß will ich auch nur so wenig wie möglich strapazieren. Auf dem asphaltierten Weg geht es zurück zum Dieskauer Park. Diesmal nehmen wir einen anderen Weg durch den Park, einen eher versteckten mit viel buntem Laub auf dem Boden. Ein kurzer Abstecher zum Schloss und zu meinem Lieblingsbaum (ich muss unbedingt mal herausfinden, wie alt der ist). Der Regen hat inzwischen aufgehört. Es ist immer noch niemand im Park unterwegs. Auf dem Weg vom Park nach Hause kommen wir immer an einer großen Wiese vorbei. Flores findet einen mittelgroßen Ball, weiß aber nichts damit anzufangen. Sie kennt nur Tennisbälle. Der Ballfund animiert sie immerhin zu mehreren schnellen Rennrunden mit Knurrgeräuschen 😉 Kurz vor der Haustür treffen wir dann noch auf eine Nachbarshündin, die wir bisher noch nicht kannten.

Lieblingsbaum

Knappe 9 km waren wir heute unterwegs. Und auch wenn ich den Rundweg um den See nicht gefunden habe, hat es wieder wahnsinnig gut getan, diesen Spätherbstvormittag draußen zu verbringen und ein kleines Stück der Gegend hier zu erkunden. Gleichzeitig habe ich Abstand zu den Sorgen in meinem Kopf gewonnen. Und ich habe wieder ein bisschen Motivation und gute Laune gefunden. Ich bin immer und immer wieder erstaunt, wie gut und zuverlässig das einfach nur durch Gehen funktioniert.

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