Wandern mit Flores, Teil 5: Geänderte Pläne

Eigentlich war dieser Urlaub anders geplant. Wenn man jedoch Urlaub an der Ostsee macht, sollte man sich der Tatsache bewusst sein, dass das Wetter diese Pläne schnell mal über den Haufen werfen kann. Geplant war also: Strand … ganz viel am Strand liegen und Strandspaziergänge. Den Rest der Zeit auf der wunderschönen Terrasse verbringen und lesen, schreiben etc. Nun hat uns das Wetter aber dermaßen einen Strich durch die Rechnung gemacht (es ist KALT, oft nur 12-14 Grad und es regnet fast täglich), dass wir unsere Pläne komplett ändern mussten. Mit einem Hund, der nicht alleine in der Ferienwohnung bleiben kann, der aber auch keine Orte mit vielen fremden Menschen mag, bleiben einem nicht viele Möglichkeiten. Museum, Café, Schwimmbad … all das fällt leider flach.

Wir haben also bisher: genau einen Tag am Strand in der Sonne gelegen, ein paar Strandspaziergänge gemacht (zwischen Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz), einmal unseren alten Wohnort in Greifswald besucht und dort eine Runde über den Deich gedreht, Freunde in Greifswald besucht, uns Zinnowitz angetan (ich mag Zinnowitz sehr, aber dort ist es immer brechend voll, also vor allem anstrengend mit Flores – wobei sie sich diesmal sehr, sehr gut verhalten hat. Sie hat sich souverän durch den Trubel bewegt, sie war nett zu allen Hunden, die wir getroffen haben und sie hat vor allem niemanden angebellt, nichtmal die Leute, die sich zu uns auf die Bank gesetzt haben (höchste Bell-Alarmstufe!) – ich habe allerdings meine Augen auch überall gehabt und sie ständig abgelenkt, wenn fremde Menschen in ihre Nähe kamen, dementsprechend kaputt war ich dann auch). Wir haben viel und lecker gegessen. Und: wir haben bisher 2 längere Wanderungen gemacht. Eine von Bansin an der Steilküste entlang Richtung Koserow und durch den Wald zurück und eine von Karlshagen nach Peenemünde und zurück. Und über letztere folgt ein kleiner Bericht.

Los gings also auf einem Parkplatz in Karlshagen. Wir folgten zunächst einem Schotterweg. Ich freute mich über die Ruhe. Diese währte allerdings nicht lange. Horden von Radfahrern überholten uns bzw. kamen uns entgegen. (Ich werde wirklich nie verstehen, warum man unbedingt NAH an Fußgängern vorbeifahren muss, wenn der Weg ausreichend breit ist. Mich stresst das. Aber gut, das fällt wohl unter die vielerseits übliche Rücksichtslosigkeit.) An diesem Weg befand sich eine Weide, die grasenden Rinder, von denen einige neugierig näherkamen, strahlten eine große Ruhe aus, die ein wenig auf mich abfärbte. An einer Weggabelung bogen dann die Radfahrer glücklicherweise nach links ab, wir folgten dem Feldweg geradeaus. Und ab da war es dann wirklich herrlich ruhig, entspannt und schön. Der Weg führte hauptsächlich an Wiesen entlang und nach einer Weile erreichten wir den Cämmerer See. Abseits vom Trubel, der in den Küstenorten herrscht, fanden wir hier ein herrlich ruhiges Fleckchen Natur. Nach einer kurzen Pause ging es weiter – der Weg führte uns rund um den See, durch kleine Alleen alter Bäume, vorbei an einem Feld mit Heuballen bis nach Peenemünde. Zurück beschlossen wir, über den Peene-Deich zu gehen.

Cämmerer See

Wir machten einen kleinen Abstecher hinunter zum Peenestrom – und angesichts der Fahrgastschiffe dachte ich ein wenig wehmütig daran, dass ich in einem früheren Urlaub mit einem solchen Schiff zur Greifswalder Oie gefahren war, um die dortigen Robben zu beobachten. So etwas in der Art würde ich so gerne wieder machen. Auch wenn (und vielleicht auch weil) es damals sehr kalt, windig und ungemütlich war (rau eben, die pure Natur) – ich liebe es einfach sehr, auf dem Wasser zu sein und diesen Sommer hatte ich zum Boot-/Schifffahren leider keine Gelegenheit.

Weiter gings dann auf dem Deich, vorbei an Ruinen-Bunkern in den Wiesen am Peenestrom. Den Rest der Strecke legten wir dann gezwungenermaßen wieder auf dem Weg mit den vielen Radfahrern zurück. Wieder vorbei an den nun meditativ wiederkäuenden Rindern. Für mich war das schnelle Gehen dieser ca. 12 km langen Runde ähnlich meditativ gewesen. Mein Kopf war frei geworden und ich war wesentlich entspannter als ich es nach einem Besuch der Küstenorte in den letzten Tagen war. Es lohnt sich also, das ruhige Hinterland von Usedom zu entdecken. Vielleicht ist an den verbleibenden 3 Urlaubstagen noch Zeit für eine weitere Tour.

PS: Geärgert habe ich mich einmal mehr über die vielen Masken (und anderen Müll), die vor allem entlang des Wegs mit den vielen Radfahrern herumlagen – es waren bestimmt 10-12 Stück, die ich während der Wanderung eingesammelt und dann in einem Mülleimer entsorgt habe.

Am Peenestrom
Bunker-Ruinen
Meditativ wiederkäuende (und sehr süße) Rinder
Windgeschützt

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