Aller guten Dinge sind drei

Eigentlich ist Ostern eines meiner Lieblingsfeste. In diesem Jahr allerdings geht es an mir vorüber. Mein Leben ist gerade irgendetwas zwischen Umzugschaos, Improvisation (viele Dinge sind schon in Kisten oder in der neuen Wohnung), Einrichtungsplanung für die neue Wohnung und abends zum Abschalten „Astrologischer Leitfaden für gebrochene Herzen“ auf Netflix (hach, diese Serie ist sooooo meins!). Die Wohnung ist schon ziemlich leer und es sind nur noch wenige Tage, die ich in hier verbringen werde. Bald heißt es machs gut, Halle-Bruckdorf und hello again, Leipzig. Der dritte Umzug in 3 Jahren. Ich hoffe, dass es mit der neuen Wohnung endlich passt. Ich hoffe, dass ich in der neuen Wohnung nach der Zeit des Einlebens endlich wieder das Gefühl von Zuhause haben werde, in dem ich mich wohl und sicher fühle. Einen Rückzugsort zum Krafttanken. Das alles habe ich seit dem Wegzug aus Wandlitz sehr vermisst. Und das Fehlen von einem solchen Ort hat sich definitiv auf mein ganzes Leben in den letzten 3 Jahren ausgewirkt.

Hier hat es für mich nicht gepasst. Trotzdem gibt es für mich neben all den negativen Dingen hier auch einiges, was ich vermissen werde: die Hunde-Community aus dem Dieskauer Park, die uns so nett aufgenommen hat, sodass ich mich in der fremden Umgebung nicht mehr ganz so alleine gefühlt habe (danke, dass Flores und ich ein Teil davon sein durften!), ein paar Menschen und Hunde, mit denen Flores und ich uns angefreundet haben, den Dieskauer Park und meine täglichen Morgenspaziergänge dort zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter und meine Wanderungen mit Flores, bei denen wir oft nur wenige Menschen bis gar niemanden getroffen haben und die mir immer wieder Energie gegeben haben. Meine Radtouren im Sommer und die große Wiese. Ich habe mir vorgenommen, immer mal wiederzukommen. Zum Glück ist Leipzig ja nicht ganz so weit weg.

Ansonsten bin ich gerade erstaunlich wenig gestresst. Ich habe ja lange mit den Umzugsgedanken gehadert und mir eingeredet, dass es ja vielleicht alles nicht so schlimm ist und ich hierbleiben könnte, um den erneuten Umzug zu vermeiden. Hier weiß ich schließlich inzwischen, was ich habe. In so einer Situation neige ich dann dazu, eher weiter auszuhalten als etwas zu ändern. Weil ich ja nicht weiß, was mich dann erwartet. Inzwischen bin ich jedoch froh, den Umzug in Angriff genommen zu haben. Egal, wie es ausgeht und auf die Gefahr hin, dass es mit der neuen Wohnung vielleicht auch nicht passt. Falls es so sein sollte, wird es eine andere Tür geben, die sich öffnet. Im Kopf ist die Angst immer so groß. Sie lähmt. Doch wenn man Schritt für Schritt geht, kleine Dinge in Angriff nimmt, wird sie kleiner.

Ich bin gerade so beschäftigt, dass ich gar keine Zeit zum Grübeln habe. Ich merke, wieviel Kraft mir das Grübeln abgezogen hat. Ich habe mir immer weniger zugetraut und demzufolge auch weniger getan. Ein Teufelskreis – aus dem man aber auch wieder ausbrechen kann. Indem man sich der Angst stellt, durch das Tun kleiner Dinge kleine Erfolgserlebnisse hat – viele kleine Erfolgserlebnisse bedeuten mehr und mehr Selbstvertrauen. Weniger Sorgen. Mehr Vertrauen, dass irgendwie alles gutgehen wird. Und: ich lerne, Unsicherheit auszuhalten. Normalerweise bekomme ich ein ungutes Gefühl, wenn etwas (und sei es noch so klein) anders ist als sonst. Nun … momentan ist alles anders. Nichts ist an seinem Platz. Vermutlich gilt auch in diesem Fall: wenn man sich der angstmachenden Situation aussetzt, verschwindet die Angst mit der Zeit.

Natürlich weiß ich von vorherigen Umzügen, dass die Angst in der neuen Wohnung am Anfang wieder stärker sein wird. Die fremde Umgebung, die fremden Menschen, das triggert vor allem meine soziale Phobie (die inzwischen ansonsten selig schlummert). Es dauert immer eine Weile, bis ich mich wieder sicherer fühle und wieder mein heutiges Selbst werde. Aber ich werde das schaffen.

2 Kommentare zu „Aller guten Dinge sind drei

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