Manchmal …

muss man verreisen, um zu sich selbst zurückzufinden.

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Jahresrückblick für das vergangene Jahr stehen. Ich hatte tatsächlich begonnen, einen zu schreiben. Und mittendrin keine Lust mehr. Weil ich mir beim Schreiben wieder vor Augen führen musste, wie unschön mein vergangenes Jahr war. Ja, es gab auch schöne Erlebnisse. Aber überwiegend ging es mir nicht gut. Ich habe gerade insbesondere in den Wintermonaten mit den coronabedingten Einschränkungen gekämpft, die mir zu meiner schon vorhandenen Angsterkrankung noch diverse depressive Episoden beschert haben. Insgesamt war ich vor allem durch die Angst sehr eingeschränkt, was natürlich dazu geführt hat, dass mein Selbstvertrauen in den Keller und es mir auch körperlich oft schlecht ging. Ich war die meiste Zeit alleine an einem fremden Ort und habe mich sehr oft einsam gefühlt. Also habe ich zum Ende des Jahres beschlossen, das Jahr eben einfach abzuhaken. Und alles in meiner Macht stehende zu tun, damit das Neue besser wird.

Blick über Bonn und den Rhein an Silvester

Einen kleinen Anfang habe ich gemacht, indem ich über den Jahreswechsel verreist bin – zu meiner Schwester ins Rheinland. Wir hatten uns über die gesamte Corona-Zeit hinweg nur einmal kurz gesehen und ich habe mich sehr gefreut, nach fast 2 Jahren wieder ein bisschen mehr Zeit mit ihr zu verbringen. Am Anfang hat mich die Angst noch einigermaßen gequält, aber mit der Zeit wurde es besser – wie immer, wenn ich mich ihr stelle. Insgesamt hat mir die Reise sehr gut getan und mir Abstand zu meinem Leben hier verschafft. Ich liebe es einfach, unterwegs zu sein und neue Eindrücke zu sammeln. Und ich brauche das auch. Bei meiner Schwester und ihrer Familie hatte ich keine Sekunde Zeit zum Grübeln. Wir haben lecker gegessen, uns viel unterhalten, einen Film gesehen, Spiele gespielt und einen Ausflug ins Siebengebirge sowie einen Neujahrsspaziergang in der Rheinaue in Bonn, die ich sehr mag, gemacht. Es war einfach schön, Zeit mit mir vertrauten Menschen zu verbringen, die mich so kennen, wie ich bin und wo sich so sein kann, wie ich bin. (Das ist definitiv eine der Sachen, die mir hier wirklich fehlen. Ich kenne hier war mittlerweile auch einige Menschen, aber da ist der Kontakt natürlich nicht so wie zu Menschen, die man schon ewig kennt und somit kostet er mich eher Kraft als dass er mir Kraft gibt.)

Am Rhein

Ich war in der Zeit überhaupt nicht am Laptop und wenig am Handy. Auch das hat mir sehr gut getan. Und ich habe mir vorgenommen, das im neuen Jahr soweit möglich fortzusetzen und so wenig Zeit wie möglich außerhalb der Arbeit im Internet zu verbringen. Ich habe in der Zeit nichts verpasst – im Gegenteil: es hat sehr gut getan, von den Corona-Drama-Meldungen und allen sonstigen negativen Nachrichten Abstand zu nehmen. Gleichzeitig hatte ich mir eine WhatsApp-Auszeit genommen, die mir ebenfalls sehr gut getan hat.

Frühlings… ähm nein, Neujahrsspaziergang in der Rheinaue

Ich habe mir vorgenommen, in der nächsten Zeit mein Leben nicht mehr von den Corona-Schreckensmeldungen bestimmen zu lassen (das habe ich viel zu lange getan), mein Leben wieder aktiver zu gestalten und so der Angst entgegenzutreten. Ich bin inzwischen drei Mal geimpft und da gibt es ja einige Möglichkeiten, was man so unternehmen kann. Ich werde also demnächst wieder regelmäßig ins Café gehen, vielleicht auch mal ins Kino oder ins Museum. Außerdem bin ich gerade dabei, mir wieder ein Fitnessstudio zu suchen. Und wenn man eben erstmal nur mit Maske trainieren kann – so what? Und ich will in der nächsten Zeit wieder ab und an verreisen. Denn wie schrieb ein Künstler auf FB in seinem Jahresrückblick so treffend: „Ohne Input kein Output“. Das kann ich nur so unterschreiben. Und ich möchte weiterhin mit offenen Augen durch die Welt gehen und da unterstützen/helfen, wo Hilfe benötigt wird. Also: Auf ein mutiges, spannendes neues Jahr voller Leben und Freude. Und ein solches wünsche ich euch auch!

Achja: Vorsätze jeglicher Art gibt es in diesem Jahr für mich nicht. Ich habe gerade auch keine Lust, an 1001 Dingen zu arbeiten, um mich in irgendeiner Weise weiterzuentwickeln. Und das ist vollkommen okay so.

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