„Dieses Jahr ist anders,

da ist es auch ok, wenn Weihnachten anders ist.“ Das habe ich neulich irgendwo gelesen. Und irgendwie tröstet mich das ein wenig. Als ich nämlich kürzlich beschlossen habe, an Weihnachten nicht zumindestens zu meinen Eltern zu fahren, war ich schon sehr traurig. Ich bin im Grunde so gar kein Weihnachtsfan und eigentlich immer froh, wenn der ganze Trubel wieder vorbei ist (wenn die Weihnachtszeit wirklich ruhig und besinnlich wäre, würde ich das vielleicht anders sehen) – das einzige, was mir an Weihnachten wirklich etwas bedeutet hat, waren die Besuche bei verschienen Teilen meiner Familie, die Rundreisen an verschiedene Orte in Deutschland, die zwar angesichts der weiten Strecken (um die 1000 km kamen da zusammen) einigermaßen anstrengend, aber auch immer wunderschön waren. Ich vermisse diese Rundreisen, die Besuche bei lieben Menschen und nichtmal zu meinen Eltern fahren zu können, die ich in diesem Jahr ohnehin so wenig gesehen habe, tut mir schon sehr weh.

Aber es hilft nichts, es geht nicht anders. Und so habe ich mich wieder aufgerappelt und mir ein Alternativprogramm überlegt. Nicht sehr weihnachtlich, aber wie gesagt, es ist eben alles anders in diesem Jahr. Ich könnte also:

  1. Ein vegetarisches/veganes Weihnachtsmenü kochen: ich koche zwar täglich, aber immer nur die gleichen bewährten Gerichte. Weihnachten hätte ich endlich mal die Zeit und Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren und vor allem meine veganen Kochkünste zu erweitern.
  2. Lesen, lesen, lesen: Ich habe mal nachgezählt … 32 ungelesene Bücher stehen noch in meinem Regal. In der letzten Zeit habe ich das Lesen zugunsten von Social Media und sonstigem Internetkram ziemlich vernachlässigt. Das muss sich unbedingt wieder ändern.
  3. Stricken: Vor 2 Jahren habe ich nach langer Zeit wieder mit dem Stricken angefangen. Ergebnis: 7 Schals und 3 Mützen in 5 Monaten. Danach hatte ich erstmal keine Lust mehr (und mal ehrlich, wer braucht so viele Schals und Mützen?!). Inzwischen bin ich aber wieder motiviert – und in der Kiste mit den Stricksachen warten ein paar Knäuel darauf, zu einem Pullover verstrickt zu werden. Das habe ich noch nie gemacht und wird dementsprechend eine Herausforderung werden.
  4. Gehen/wandern: Für mich gerade das beste und wichtigste Mittel im Lockdown, um wieder runterzukommen, Stress abzubauen und meine Stimmung aus dem Keller zu holen. Glücklicherweise gibt es hier zur Zeit noch keine Ausgangssperre. Und ich habe da so ein paar Ziele hier in der Umgebung im Auge. Da wären z. B. eine Runde um den Wallendorfer See, um den Rassnitzer See (wenn mir ganz langweilig ist auch eine Runde um beide Seen, das wären dann so 20 km) oder eine der anderen unzähligen Runden in diesem Gebiet, der Weg entlang der Weißen Elster, der neulich schonmal ausprobiert und für gut befunden wurde und auf dem man kilometerweit und bis nach Leipzig laufen kann (ach nee, nach Sachsen darf man ja gerade nicht – da wird man von der Polizei postwendend wieder zurückgeschickt). Und auch sonst scheint es hier in der Saale-Elster-Aue so einiges zu entdecken zu geben. Und wie ich neulich herausgefunden habe, ist der Harz auch nicht soooo weit weg von hier.
  5. Filme gucken: Ich liebe ja Dokus. Neulich fiel mir einer meiner liebsten Filme wieder ein: „Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt.“ Dieser Film ist einfach nur wunderschön (mich hat unter anderem sehr fasziniert, dass die Protagonisten am Ende von Barcelona aus bis in ihren Heimatort in Süddeutschland zu Fuß gegangen sind). Und weil ich ihn zwar schon mehrmals im Kino gesehen hatte, aber unendlich oft anschauen könnte, habe ich ihn mir jetzt gekauft. Zusammen mit „Anderswo. Allein in Afrika.“ und „Deutschland zu Fuß“. So kann ich zumindest im Kopf mitreisen und mich inspirieren lassen (ich habe mir jetzt ein „Travel Book“ angelegt, in das ich Ideen/Inspirationen für Reisen schreibe), denn irgendwann wird sicher das Reisen wieder möglich sein und dann will ich auch wieder das machen, was ich viel zu lange nicht getan habe, was mich aber immer so sehr fasziniert hat: Reisen und Länder und die Menschen und deren Lebensweise dort kennenlernen. Achja … und einen Weihnachtsfilm gibt es vielleicht auch für mich (je nachdem, wie meine Stimmung ist): „Love actually“, der einzige Weihnachtsfilm, den ich sehr liebe.
  6. Tanzen: Das Tanzen hat mir immer gut über den Winter geholfen – meine Stimmung ist in dieser Jahreszeit oft im Keller und Tanzen ist einfach ein super Mittel dagegegen. Kurse gibt es ja zur Zeit leider keine, aber bei Youtube gibt es unendlich viele Zumba-, Salsa-, Merengue etc.-Videos. Und es gibt Tanzkurse über Zoom. Nachdem ich in den letzten Wochen sehr gute Erfahrungen mit Yoga über Zoom gemacht habe, würde ich gerne mal ausprobieren, wie denn Tanzkurse über Zoom so sind.
  7. Smartphone/Social Media-/Medien-Zeit stark reduzieren: In der letzten Zeit habe ich, wenn ich Ablenkung von schlechten Gefühlen (und von denen hatte ich in diesem Jahr mehr als genug) brauchte, wieder sehr oft zum Smartphone gegriffen. Besser gefühlt habe ich mich dadurch nicht – im Gegenteil. Die vielen negativen Nachrichten momentan ziehen mich einfach nur runter und rauben mir jegliche Energie. Vor allem die ständigen Horror-Corona-Nachrichten schaffen es, meine Laune in Sekundenschnelle rapide sinken zu lassen. Ich werde in den nächsten Tagen keine Nachrichten mehr schauen und nichts mehr zu Corona lesen. Und Instagram … ich mache ja sehr gerne Fotos von Naturmotiven und poste die da auch ab und an. Aber momentan geht mir die App einfach nur auf die Nerven. Ich brauche ganz klar eine Pause.
  8. Ganz in Ruhe das vergangene Jahr reflektieren und einen Jahresrückblick schreiben: Das mache ich meistens zum Jahresende, wenn ich Ruhe habe – man kann da ganz erstaunliche Erkenntnisse gewinnen.
  9. Ganz viel Nichtstun. Vielleicht habe ich auch keine Lust, die oben genannten Dinge zu tun. Dann setze ich mich einfach in meinen gemütlichen Hängesessel und tue einfach nichts als dazusitzen und durchs Fenster den Wolken beim Ziehen zuzuschauen. Das habe ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht.

Und vielleicht wird so dieses Weihnachten allein ja gar nicht so traurig und einsam, wie ich es nach meiner Reiseabsage vor Augen hatte. Es wird eben einfach anders. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest – wie auch immer ihr es feiert (oder auch nicht feiert).

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