Schneeverzaubert

Als in den letzten Tagen ein starker Wintereinbruch vorhergesagt wurde, war ich erstmal skeptisch und dachte mir, aaach, hier im Flachland kommt bestimmt wieder kein Schnee an. Falsch gedacht. Seit gestern ist er nun da, der Schnee. In so großen Mengen, wie ich ihn seit bestimmt 6-7 Jahren nicht mehr gesehen habe. Und: Ich finde es toll! Endlich mal wieder ein Winter, der seinen Namen verdient. Dabei bin ich gar nicht so ein ausgesprochener Winter-Fan. Vielleicht, weil es in den letzten Jahren entweder gar keinen Schnee gab oder der wenige Schnee ziemlich schnell wieder taute und für viel Matsch und vereiste Wege sorgte. So war es ja bisher auch in diesem Winter. In den letzten Wochen hangelte ich mich meistens am Rande der matschigen Wege an den Bäumen entlang oder schlitterte direkt mitten durch den Matsch. Tough Mudder – here we go! Meine Schuhe haben es mir gedankt. Und jetzt: Versinkt alles unter ziemlich viel Schnee. Bis zu den Knien in Schneewehen versunken sind auch Flores und ich, als wir gestern und heute zum Park wollten. Wir mussten dann einsehen, dass wir dort gerade nicht hinkommen. Die Straße hier wurde gar nicht geräumt – die Bundessstraße nur leidlich. In jedem Fall ist es gerade herrlich ruhig, es ist so gut wie kein Verkehrslärm mehr zu hören.

Ich freue mich gerade richtig über diese Abwechslung im bisher so tristen Lockdown-Winter. Durch den Schnee zu stapfen war für mich heute wie ein kleines Abenteuer. Dabei bin ich in einem Ort im Lausitzer Bergland aufgewachsen, in dem das in jedem Winter der Normalzustand war: (viel) Schnee, Temperaturen im Minusbereich. Es war normal, dass ich bei Schneegestöber den 20-minütigen Schulweg nach Hause lief. Es war normal, dass jeden Winter wieder LKWs am Berg liegenblieben. Es war normal, dass wir im Sportunterricht Skifahren gingen. Es war normal, bei Minusgraden und Schnee zur 1,5 km entfernten Telefonzelle zu laufen, als wir noch kein Telefon zu Hause hatten. (Wenn ich daran denke, wundere ich mich sehr über die dramatischen Darstellungen überall zur jetzigen Situation … wie haben wir damals nur überlebt?)

Ich freue mich jedenfalls, dass in den nächsten Tagen die Temperaturen niedrig bleiben und der Schnee somit ein bisschen bleibt. Zeit also, in den nächsten Tagen die wunderschöne Winterlandschaft ausgiebig zu bestaunen und zu genießen. Hilft auch bei Corona-Lockdown-Koller. Und: Endlich wieder Skilanglauf! Das habe ich schon viel zu lange nicht mehr gemacht. So komme ich unerwarteterweise doch noch zu meinem Wintersport – direkt vor der Haustür 🙂 Und wenn es dann draußen dann doch zu kalt werden sollte, ist es einfach schön, am Fenster zu sitzen, Tee zu trinken und den Schneeflocken dabei zuzuschauen, wie sie sanft auf den Boden sinken.

Der verschneite Weg zum Park – und die Reide ist auch einigermaßen zugefroren
Flores zeigt sich vom Schnee unbeeindruckt
Ein ganz normaler Winter in meinem Heimatort
In einem schneereichen Winter in Greifswald (man beachte die Schneeberge)
Winter-Lieblingsbeschäftigung: Langlauf (schon bisschen her)
In einem Winter im Norden, als die Ostsee zugeforen war

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